

Stuttgart/Hamburg – Die ersten Hybrid-Gelenkbusse für den Stadtverkehr sind jetzt in Hamburg ausgeliefert worden. Zwei Exemplare, die als bislang einzige Fahrzeuge Streckenanteile rein elektrisch ohne Dieselmotor fahren können, sollen in der Hansestadt ihre Praxistauglichkeit unter Beweis stellen. Die Busse werden von elektrischen Radnabenmotoren angetrieben, die ihren Strom im mobilen Einsatz aus einer der weltweit größten Lithium-Ionen Batterien beziehen. Dieser Strom wird über Bremsvorgänge, etwa bei Gefällefahrten, gewonnen. Er kann bei Bedarf aber auch über einen Generator erzeugt werden, der durch einen kleinen Dieselmotor angetrieben wird. Dieser ist nur etwa halb so groß wie in einem reinen Dieselbus. Bei diesem Konzept eines seriellen Hybridantriebes ist äußerlich kaum ein Unter-schied zum herkömmlichen Dieselbus zu erkennen. Es gibt lediglich einen höheren Dachaufbau, in dem die Batterien untergebracht sind. Der Fortschritt zeigt sich beim Fahren: Fast lautlos und ruckfrei, aber sehr zügig beschleunigen die vier Elektromotoren den 18 Meter langen Omnibus. Das Batteriesystem mit Lithium-Ionen erreicht eine neue Dimension: es leistet 240 kW und wiegt weniger als 350 kg. Die ersten Erprobungsbusse mit Hybrid-Antrieb bei Mercedes hatten vor drei Jahrzehnten noch 3000 kg schwere Blei-Akkus an Bord. Michael Göpfarth von der EvoBus GmbH lieferte die beiden Citaro-Modelle von Mercedes-Benz unter der Bezeichnung G BlueTec Hybrid am Montag an den Vorstandsvorsitzenden der Hamburger Hochbahn, Günther Elste, aus. Es sind die ersten verkauften Gelenkbusse, die zur Felderprobung durch Kunden in Deutschland eingesetzt werden. In diesem Jahr sollen insgesamt 30 dieser Busse in ausgewählten Städten in Deutschland in sogenannten Modellregionen mit unterschiedlichen Topografien und Geschwindigkeitsprofilen getestet werden. Im internen Versuchsbetrieb hat sich der Hybrid-Bus bereits bewährt. Eine mehrwöchige Wintererprobung am Polarkreis unter härtesten Einsatzbedingungen verlief sehr erfolgreich.