

Der 27. „Tag der Bustouristik“, initiiert von RDA-Hauptgeschäftsführer Dieter Gauf, stieß mit seinem hochaktuellen Thema „Städtereisen - Reisebusse willkommen ?“ vor dem Hintergrund von immer mehr Umweltzonen in deutschen Städten auf sehr großes Interesse in der Branche. Über 240 Teilnehmer informierten sich bei der lebhaften und kontrovers geführten Diskussion zwischen Busunternehmern, Politikern und Vertretern der Städte über die teils erschreckenden Konsequenzen für Busunternehmen, Incoming, Hotels sowie Musicals und Events. „Das Thema hat den Nerv der Zeit in der Busbranche getroffen“, bilanzierte RDA-Präsident Richard Eberhardt und forderte: „Der Bus muss als das anerkannt umweltfreundlichste und klimaschonendste Verkehrsmittel in die Umweltzonen fahren dürfen“. Die Kommunalpolitiker, häufig in Unkenntnis der tatsächlichen Folgen für ihre Städte, schädigten die Wirtschaftsentwicklung. In den Diskussionsbeiträgen wurde deutlich, dass wegen der ausgewiesenen und weiter geplanten Umweltzonen wichtige touristische Ziele wie Musicals (z.B. in Köln), Revues (z. B. Friedrichstadtpalast in Berlin) oder gar die Messe Frankfurt nicht mehr mit Bussen niedriger Euro-Normen – und das ist noch die absolute Mehrzahl - angefahren werden können. Ein Vertreter des Deutschen Städtetages, Beigeordneter Jens Lattmann, prophezeite sogar, „dass dies erst der Anfang war und es noch viel schlimmer kommen wird, wenn ab 1.1. 2010 neben Feinstaub auch die NOX-Werte ausschlaggebend sein werden.“ Diese könnten mit den derzeitigen Dieselmotoren nicht eingehalten werden. „Hier hat die Busindustrie nicht früh genug reagiert“, so sein Vorwurf. Fazit: Man will sich gemeinsam wehren, plant den Schulterschluss aller Beteiligten – Verbände, DEHOGA und Leistungsträger - um mit noch intensiverer Lobby-Arbeit an vielen Fronten Entscheidendes noch abwehren oder wenigstens über eine dreijährige Fristverlängerung hinauszögern zu können. Busunternehmer Rolf Wieneke (Häns’schens Reisedienst) hat sogar in Aussicht gestellt, einen Musterprozess führen zu wollen. Mehr darüber im nächsten EuroBus.